Die Kunst der Stickerei:
Vergangenheit, Entwicklung und Gegenwart

Die Stickerei ist eine Textiltechnik, bei der ein Grundmaterial (Leder, Stoff oder Papier) durch Aufnähen oder Durchziehen von Garnfäden kunstvoll verziert wird.

Die Geschichte von Bekleidung und Stickereikunst
Die Entwicklung menschlicher Bekleidung und die Kunst des Webens und Stickens sind eng miteinander verbunden. Es wird vermutet, dass erste Kleidungsstücke zwischen 38.000 und 10.000 v. Chr. entstanden sind. Von 14.000 bis 8.000 v. Chr. vollzog sich der Wandel von pelz- und lederbekleideten Jägern zu den bis heute Stoffe tragenden Menschen. Die nur wenigen erhaltenen ägyptischen und irakischen Stoffreste aus der Zeit um 6.000 v. Chr. zeigen bereits eine entwickelte Webtechnik. Etwa 5.000 v. Chr. hergestellte bestickte Kleidungsstücke stammen aus Ägypten, China und Südamerika. Auffällig ist, dass die Stickkunst weltweit in den verschiedensten Kulturen gepflegt wurde, ohne dass sich bisher der Nachweis einer bestimmten Ursprungsregion führen ließ.
Die Abdeckung des menschlichen Körpers durch Kleidung hatte anfänglich wohl weniger praktische Gründe (z. B. als Schutz vor Witterungseinflüssen), sondern diente zunächst dem magischen Zweck, Dämonen in Verkleidung entgegenzutreten. Dem Einsatz von Kleidungsstücken zur Verwandlung des Körpers ging die Gestaltung von Haarfrisuren, Tätowierungen und Kriegsbemalungen voraus. Auch Hochzeitskleider, Totenhemden oder Uniformen bezweckten die Herbeiführung eines anderen Körperzustandes. In diesem Sinne hat Kleidung kultische, soziologische und ästhetische Bedeutung.

Die Entwicklung des Stickereihandwerks
In China, Indien und Ägypten wurden zunächst geometrische Figuren gestickt, bevor auch figürliche Darstellungen (Abbildungen von Menschen und Tieren) auf Vorhängen und Kleidungsstücken angebracht wurden.
Griechen und Römer übernahmen die Stickereikunst aus der assyrischen Kultur. Kostbare Stickereien befanden sich auf den Gewändern von römischen Konsuln, Tribunen und Kaisern.
Die im 11. Jahrhundert weltweit am höchsten entwickelte arabische Stickereikunst deckte vor allem den Bedarf Adliger und Geistlicher. Aus dem Orient gelangten bestickte Stoffe nach Europa, die als besonderes Zeichen des Wohlstands galten. Krönungsmäntel deutscher Kaiser zeigen ein hohes künstlerisches Niveau. Klöster pflegten im Mittelalter die Stickerei zur Herstellung von liturgischen Gewändern und von in Kirchenräumen verwendeten Textilien (Paramente).
Da Stickereien stets mit einem großen Zeitaufwand und hohen Kosten verbunden waren, hatte das Stickereihandwerk lange Zeit exklusiven Charakter und blieb wohlhabenden Bevölkerungsschichten sowie religiösen Zwecken vorbehalten. Adlige Frauen erlernten bereits in ihrer Kindheit die Erstellung möglichst schöner Textilverzierungen.

Das neuzeitliche Sticken
Mit zunehmendem Bildungsniveau wurde die Stickerei immer beliebter und erreichte zunächst in England (mehr unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit) und später in Burgund einen Höhepunkt, bevor sie für einige Zeit etwas in Vergessenheit geriet.
Das private Sticken erlangte erst wieder im Zeitalter des Biedermeiers (zwischen dem Wiener Kongress (1815) und der bürgerlichen Revolution von 1848) als Freizeitbeschäftigung bürgerlicher und adliger Frauen große Bedeutung. Im Rahmen von Teegesellschaften und Familientreffen wurden Stickereien für das Alltagsleben angefertigt (z. B. Stuhlbezüge, Ofenschirme und gestickte Bilder). Sticken lassen wäre unerschwinglich gewesen.

Besondere Sticktechniken
Zu den verwendeten Sticktechniken gehört die Weißstickerei (Leinenstickerei), die vornehmlich dem „Zeichnen“ von Leinen- und Baumwollwäsche sowie von Tischtextilien dient. Bei der Kreuzstichtechnik werden grobe, mit Löchern versehene Webstoffe verwendet, auf denen das Stickgarn kreuzweise angebracht wird.
Für dekorative Handarbeiten wie Kissenbezügen oder Wandbildern wird der Gobelinstich genutzt, bei dem im Verfahren des (stets in einer bestimmten Richtung diagonal verlaufenden) „halben Kreuzstiches“ auf einem besonders vorbereiteten Stramingewebe Stickgarne aus Schurwolle angebracht werden. Die Gleichmäßigkeit der halben Kreuzstiche entscheidet über die Qualität des Werkes.
Bei der Ajour-Stickerei werden durch den Stickfaden locker gewebte Leinen- oder Baumwollfäden so zusammengezogen, dass Durchbruchmuster entstehen. Eine außerordentlich dichte Form der Ajourstickerei stellt die „Dresdner Spitze“ dar, bei der je Zentimeter 19 bis 48 Fäden eingesetzt werden, während die gewöhnliche Ajour-Stickerei nur 12 bis 20 Fäden je Zentimeter aufweist.
Eine besonders feine Art der Weißstickerei ist die Richelieu-Stickerei, bei der im Schlingstich („Festonstich“) Kantenlinien nachgestickt werden. Nach vorsichtigem Wegschneiden des Stoffes entlang der gestickten Kanten zeigen sich Ausschnitte, die gemeinsam ein Stickmuster bilden („Ausschnittsstickerei“).

Die heutige Stickerei
Die auch heute wieder sehr beliebte Veredelung durch Stickereien wird u.a. in der Mode, aber ebenso bei der Herstellung hochwertiger und strapazierfähiger Werbeträger eingesetzt. Besonders in der Mode kommen Stickereien in Form von Direkteinstickung, 3-D Stick, als Aufnäher oder Applikation zum Einsatz. Auch als Identifikation von Unternehmen und Vereinen wird die Stickerei gerne eingesetzt.
Jedoch werden im Vergleich zu früheren Zeiten computergesteuerte Stickmaschinen und eine Punchsoftware eingesezt. Diese ermöglichen eine detailgenaue Umsetzung der gewünschten Motive, Verzierungen, Logos oder Wappen.

Hochwertige bestickte Aufnäher
Eine lange Tradition besitzen gestickte Abzeichen, mit denen seit Jahrhunderten insbesondere auch dienstliche Rangordnungen übersichtlich dargestellt werden konnten.
Gestickte Aufnäher (englisch „patch“) können je nach Organisation oder Gruppe unterschiedliche Bedeutungen aufweisen. Hochwertige bestickte Textilabzeichen übermitteln in Vereinen und in Unternehmen sowie anlässlich besonderer Veranstaltungen wichtige Botschaften. Patches verdeutlichen die Zusammengehörigkeit zu einer Gruppe, symbolisieren das Gemeinschaftsgefühl, stellen ein Zeichen der „Corporate Identity“ dar, bezeugen ihren Trägern zuteil gewordene besondere Ehrungen oder signalisieren die Position eines Funktionsträgers. Individuell hergestellte Textilabzeichen werden als „Custom Patches“ bezeichnet. In der Mitte von Jackenrückenseiten angebrachte Aufnäher werden „Backpatches“ genannt.
Textilabzeichen zum Beispiel für Vereine, Firmen und Agenturen können Sie bei www.aufnäher-express.de in runder, ovaler oder rechteckiger Form bestellen, aber auch mit unregelmäßigen Umrissen sticken lassen. Namensschilder, Wappen, Abzeichen und andere Patches werden professionell in allen Farben und Größen gewebt oder gestickt. Das Trägermaterial der waschfesten Abzeichen ist Filz oder Körper. Die gekettelten Kanten Ihrer Wappen verhindern ein Ausfransen. Wappen mit unregelmäßigen Motivrändern können Sie mit akkuratem Laserschnitt sticken lassen. Die verwendeten hochwertigen Materialien gewährleisten ein prägnantes und vorteilhaftes Erscheinungsbild Ihres Logos oder eines anderen Wunschmotivs. www.aufnäher-express.de stellt Ihnen eine große Produktvielfalt einschließlich von direkt bestickten Textilien und Sonderanfertigungen zur Auswahl. Qualität, Schnelligkeit und Kundenservice stehen bei www.aufnäher-express.de stets im Vordergrund.